Leberentzündung

1994 wurde der Araberhengst Peter geboren.

Offenstallhaltung, gutes Futter, viel Auslauf

2007, aus nicht geklärter Ursache bekamen mein Patient Peter und sein Freund eine starke Leberentzündung. Die anderen Pferde aus dem Stall waren gesund. Die Besitzerin und ich schlossen eine Vergiftung aus, da die anderen Pferde, gleiches Futter erhalten hatten.

05.01.2007 folgende Blutwerte waren erhöht:

  Ergebnis Normalwert Maßeinheit
GPT 21,9 2-15 U/L
y-GT 640 -30 U/L
GOT 1063,8 75-600 U/L
GLDH 207,08 -12 U/L
CK 587 -260 U/L
LDH 493 -400 U/L
Lymphozy. 48 20-45 %
Monozy. 7 0-5 %

Nach einer homöopathischen Behandlung mit folgenden Präparaten:

Iodum MK, Lachesis muta LMK, Causticum LMK, Nux vomica LMK, Sulphur MK, Kalium carbonicum LMK, Natrium muriaticum LMK, Nitricum acidum LMK, Aceticum acidum MK, Calcium phosphoricum LMK, Phosphor LMK, Ferrum MK, Lacticum acidum LMK

24.01.2007 folgende Blutwerte waren noch erhöht:

  Ergebnis Normalwert Maßeinheit
y-GT 368 -30 U/L
GLDH 26,3 -12 U/L

 

 

Am 03.04.2007 wurden die Blutwerte noch einmal gemessen;

  Ergebnis Normalwert Maßeinheit
y-GT 365 -30 U/L
GLDH 30,1 -12 U/L
GOT 757,1 75-600 U/L

 

Trotz der langen homöopathischen Behandlung verbesserten sich die Werte nur unwesentlich, der GLDH-Wert stieg sogar wieder an.
Der Verdacht einer Leberzirrhose kommt auf.

Peter ist schlapp, müde und gähnt viel.
Also irgendwie musste Sauerstoff in das Pferd und die Glucose muss verarbeitet werden. Die Äppel rochen säuerlich.
Die Beine sind unendlich schwer und Peter stolperte viel.

Wir machten mit der Behandlung weiter und erweiterten die Medikation mit Bryonia D200, Colchicum D200 und Magnesium carbonicum LMK.

 

Am 18.04.2007 eine weitere Blutuntersuchung, folgende Werte wurden gemessen:

  Ergebnis  Normalwert Maßeinheit
y-GT 495,00 0,00 - 87,0 U/L

das Labor wurde gewechselt, drum eine andere Umrechnung.

 

 

Wir machen mit der Behandlung weiter.

Am 23.04.2007 die vorerst letzte Blutuntersuchung wurde vorgenommen.

  Ergebnis Normalwert Maßeinheit
y-GT 447,00 0,00 - 87,0 U/L

Eine Leberbiopsie wurde gemacht.
Bei der Untersuchung der eingeschickten Probe/Proben wurden folgende Befunde erhoben:

Pathologischer-anatomischer Befund:

Zur Einsendung gelangte ein gut erhaltener Biopsiezylinder von der Leber. Dieser hatte einen Durchmesser von 0,1-0,2 cm und eine Länge von etwa 0,8 cm. Der zweite Zylinder war in mehrere Einzelteile zerfallen. Für die mikroskopische Untersuchung wurde das Material in toto eingebettet. Aufarbeitung der Gewebeblöcke in vier Stufen. Färbung HE, sowie spezielle Glykogen- und Fettdarstellungen.

 

Histopathologische Diagnose: Chronische Hepatitis mit periportaler Ansammlung von Immunzellen, sowie deutlicher Bindegewebsvermehrung. Im Bereich der Leberkapsel ebenfalls hochgradige Fibrose mit metaplastischer Bildung einzelner Knorpelinseln.

 

Epikritische Befundbesprechung:
Die mikroskopischen Untersuchungen zeigten bei den übersandten Gewebsproben das Bild einer bereits chronischen Hepatitis. Auf der einen Seite konnten im interlobulären Gewebe neben reichlich vorhandenen Immunzellen besonders proliferlerende Gallengänge und Bindegewebszellen nachgewiesen werden. Dies hat zu einer ausgeprägten interlobulären Fibrose geführt. Die Veränderungen können als beginnende zirrhotische Prozesse eingestuft werden.

Die auffälligsten Veränderungen befanden sich aber an der Außenfläche der Leber. Hier konnte eine ausgeprägte zirrhotische Kapselfibrose nachgewiesen werden. Wobei im Inneren sogar inselförmig Knorpelzellen entstanden sind.

Da fokale Läsionen an den Hepatozyten nicht nachgewiesen werden konnten und auch die Verteilung von Neutralfetten und Glykogen nicht auffällig ist, gehen wir davon aus, dass bei dem Patient eine seit langem bestehende Hepatitis vorliegt, die insbesondere zu den dargestellten Veränderungen im interlobulären Bereich und an der Leberkapsel geführt hat.

Die Prozesse können zumindest in der Lokalisation von der die Biopsieproben stammen als beginnende interlobuläre Zirrhose eingestuft werden.
Die Veränderung wurde als beginnende zirrhotische Prozesse eingestuft.

Die Besitzerin und ich krempelten die Ärmel hoch und gingen die ganze Sache noch einmal mit mehreren homöopathischen Präparaten und höheren Potenzen an.

Peter bekam für seine Leberentzündung folgende homöopathische Präparate:

Glycerinum LMK, Pyruvicum acidum LMK, Aceticum acidum XMK, Bryonia LMK, Carduus marianus LMK, Nitricum acidum LMK, Colchicum XMK, Lachesis muta LMK, Ferrum metallicum LMK, Cuprum metallicum LMK, Cortisonum LMK, Ferritin LMK, Iodum LMK, Calcium fluoricum LMK, Fluoricum acidum LMK, Calcium phosphoricum LMK, Silicea LMK, Phosphoricum LMK, Chelidonium LMK, Zinkum metallicum LMK, Carbo vegetabilis LMK, Causticum LMK, Sulphur LMK, Lycopodium clavatum LMK, Manganum aceticum aut carbonicum LMK, Magnesium carbon LMK, Mercurius solubilis LMK, Hepar sulphuris LMK, Glutamicum acidum XMK, Selenium XMK, Adrenalinum XMK, Glandula thyreoidinum LMK.

 

Am 06.06.2007 die letzte Blutuntersuchung brachte folgendes Ergebnis:

  Ergebnis Normalwert Maßeinheit
y-GT 58 -30 U/L

 

Wir hatten es nach zwei Monaten Intensivbehandlung geschafft, die Werte fast wieder in den Normbereich zu bekommen.
Peters Freund wurde auch mit Erfolg vom Tierarzt behandelt, es dauerte nur einige Monate länger und die Füße bedurften einer besonderen Pflege, da das Horn durch die hohe Gabe vom Cortison sehr porös geworden sind.