Morbus Cushing / Morbus Addison

 

Patient:

Bugy Bear,geb.: 1987 (Wallach) Araber-Appaloosa-Mix,
Hat keine Probleme mit seinen Artgenossen
Sehr gelehrig, lieb und verschmust
Liebt es mit seinem Besitzer zu spielen und dabei zu lernen
Mag es verwöhnt zu werden
Liebt Bananen über alles
Cortisol-Wert zu niedrig
Schwierigkeiten beim Fellwechsel
Häufig erhöhte CK- und LDH-Werte
Müdigkeit und Schlappheit ein immer wiederkehrender Begleiter
Stolpert öfters
Schwitzt viel
Wurde tierärztlich und homöopathisch betreut

 

März 2006
folgende Blutwerte sind erhöht:

CK 4032,3 U/L bis 130 U/L
LDH 2286,7 U/L bis 400 U/L
AST 1951,7 U/L bis 250 U/L
y-GT    80,5 U/L bis  25 U/L
a-HBDH   865,7 U/L bis 170 U/L
Kalium 5,6 mmol/l 2,8-4,5 mmol/l

 

April 2006
folgende Blutwerte sind erhöht:

CK 209,4 U/L bis 130 U/L
LDH 565,9 U/L bis 400 U/L
AST 287,5  U/L bis 250 U/L
y-GT wurde nicht gemessen
a-HBDH 269,1 U/L bis 170 U/L
Kalium 4,9 mmol/l 2,8-4,5 mmol/l

 

Mai 2006
Blutwerte sind wieder leicht gestiegen

CK 235,3 U/L bis 130 U/L
LDH 649,6 U/L bis 400 U/L
AST 281,2 U/L bis 250 U/L
a-HBDH 296,7 U/L bis 170 U/L
Magnesium 1,0 mmol/l 0,5-0,9 mmol/l

 

Bugy Bear bekam vom Tierarzt Antibiotika, Selen, Vitamin E und B.
Er schwitzt am Hals und Bauch.
Zügig im Stall, Bugy Bear hat einen trockenen Husten bekommen, Ohrspeicheldrüse geschwollen. Homöopathische Präparate helfen.

 

Juni 2007 Blutwerte

Schwitzen verstärkt sich. Bugy Baer schiebt wieder viel Fell nach

CK ok -
LDH ok -
AST ok -
y-GT 59 U/L < 30 U/L
Glucose 109 mg/dl 50-94 mg/dl
ALT 19,5 U/L 2-15 U/L

Ich ordne einen Dexamethason-Hemmtest an.

 

Dexamethason-Hemmtest: Normalwert liegt bei 3,0-6,7 ug/dl

Cortisol vor Gabe         2,5 ug/dl              

1. Wert nach Gabe       0,5 ug/dl

2. Wert nach Gabe       1,4 ug/dl

Bugy Bear fühlt sich schlapp, schwitzt sehr viel und ist etwas appetitlos.

Haarwuchs wächst wieder verstärkt und die Haarfarbe wächst heller nach. Beine sind etwas steif und Bugy Bear stolpert hin und wieder.

 

2007

 

Februar 2008

Bugy Bear bekommt einen kreisrunden Haarausfall - Diagnose Pilzbefall, die Haut ist trocken, schuppig und schorfig. Er wird weiter tierärztlich und homöopathisch betreut.

Die nachwachsenden Haare werden heller, sind aber nicht mehr so üppig. Bugy Bear nimmt an Gewicht wieder zu. Er fühlt sich trotz allem wohl.

 

März 2008

Bugy Bear hat schlechte Laune und schnappt sogar nach der Hündin May, sie kennen sich von Kindheit an. Wieder Steifigkeit in den Beinen und verringertes Schwitzen.

Ein weiteres Blutbild hat folgendes ergeben:

CK 208,6 U/L bis 130 U/L
LDH 524,5 U/L bis 400 U/L
AST 251,8 U/L bis 250 U/L
y-GT   58,7 U/L bis  25 U/L
a-HBDH 250 U/L bis 170 U/L
Kalium 4,6 mmol/l 2,8-4,5 mmol/l

 

 

Bugy Bear bekommt folgende Mittel:
Hypothalamus XMK, Hypophyse XMK, Glandula suprarenalis XMK, Cortison XMK und ACTH LMK, Leber-, Schilddrüse- und Eiweißmittel, Pyruvat XMK, Glycerinum XMK, Aceticum acidum MK.

Besserung nach wenigen Wochen.
 

Mai 2009
Bugy Bear fühlt sich kraftlos und kann nicht mehr auf der Hinterhand stehen. Er schwitzt, hat Atemnot, Stuhl und Urin normal. Wirkt aufgedunsen trinkt aber nicht vermehrt. Der Tierarzt übernimmt die Erstversorgung, die Besitzer sind im Urlaub.

Der Tierarzt erstellt ein Blutbild.

 

 

Bugy Bear bekommt folgende homöopathische Präparate

Neurotransmitter:
Dopa LMK, Dopamin LMK, Noradrenalin XMK, Adrenalin MK, Serotonin LMK

Endokrines System:
Hypothalamus XMK, Hypophyse LMK, ACTH LMK, Cortison LMK, Iodum LMK, Glandula suprarenalis XMK, Glandula thyreoidinum LMK

Glycolysemittel:
Glucosum XMK, ATP LMK, Pyruvat LMK, Glycerinum LMK, Aceticum acidum LMK

Cytochromsystem – Atmungskette:
Ferrum metallicum LMK
Cuprum metallicum LMK

Nebenniere – Reinigung:
Selen LMK
Sulphur lotum LMK
Zinkum metallicum LMK

Zusätzlich noch:

Manganum aceticum LMK – Mangan-Ionen haben Einfluss auf die Neurotransmitter-Ausschüttung in den präsynaptischen Spalt und auf Bildung der Neurotransmitter-Rezeptoren. Es wird auch für den Austausch von Calcium- und Natrium-Ionen durch die Zellmembran benötigt.

Natrium muriaticum LMK – chemischer Regulator des Körperflüssigkeitsvolumens

Calcium phosphoricum LMK – gehört zur Schilddrüse, Nerven, Blutbildung

Kalium carbonicum LMK –Beziehung wie Natrium zum Wasserhaushalt

Magnesium phosphoricum LMK – Lichtempfänger (Beziehung zum Melanin)

Phosphorus LMK – schwitzt viel

Alumina LMK – Parese (Schwäche der Muskeln), fehlen der Neurotransmitter -Zittern

Causticum LMK – Schwäche, Abnahme der Muskelkraft, Ruhelosigkeit

Bugy Bears Gesundheitszustand ist seit einem Jahr stabil. Er bekommt kein Pergolit und wird nur homöopathisch betreut. Die Haare fangen wieder an normal zu wachsen.

2010

Ursache

Die Ursache des Cushing/Addison ist eine Störung der Regulation des Hypothalamus-Hypophysen-Systems mit Erhöhung der ACTH (adrenocorticotropin) Sekretion.
Wenn die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse nicht harmoniert blockiert das endokrine Drüsensystem.
Endokrine Drüsen sind Hormondrüsen und haben keine Ausführungsgänge, sondern geben ihr Sekret direkt ins Blut ab. 

  

Was bewirkt Cortisol?

Cortisol bewirkt, dass das Herz schneller schlägt, es sensibilisiert die Blutgefäße für das Noradrenalin (wirkt aktivierend) und stimmt die Immunreaktion des Körpers aufeinander ab. Beim Cushing/Addison gerät dieser Mechanismus aus dem Gleichgewicht. Morbus Addison hat einen zu niedrigen Cortisol-Spiegel und Morbus Cushing einen zu hohen Cortisol-Wert.

Sobald die Konzentration der Glukokortikoide im Blut einen bestimmten Wert überschreitet, wird im Hypothalamus dasCorticoliberin freigesetzt. Das Hormon regt in den Zellen des Hypophysenvorderlappens die Bildung von ACTH an. Durch die verstärkte Ausschüttung durch Glukokortikoiden, wird die Insulin-Produktion gedrosselt und der Blutzuckerspiegel steigt an. Bei zu viel Cortisol wird die Synthese des Eiweißstoffwechsels gebremst und der Abbau in den Muskeln beschleunigt, dies führt zum Muskelschwund.

Die Störung im Eiweißhaushalt macht sich auch bei den Leukozyten bemerkbar, die Bildung von Antikörpern ist verzögert.

Im Nebennierenmark wird Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin gebildet und als Catecholamine bezeichnet.

 

Symptome bei Morbus Cushing:

Hyperadrenokortizismus
(Überfunktion der Nebennierenrinde, erhöhter Cortisol-Wert
Stress (Unruhe, nicht schlafen können)
Tumore der Nebenniere
Veränderung des Haarkleides
Muskelatrophie (Muskelschwund)
Schwäche der Bauchmuskeln (Rumpf erscheint umfangvermehrt – Hängebauch)
Fetteinlagerung in Bauchhöhle und Leber
Häufig erhöhte Leberwerte
Hyperglykämie (erhöhter Zuckergehalt im Blut)
Vermehrte Kaliumausscheidung (verringerter Kaliumgehalt im Blut)
Verminderte Natriumausscheidung (vermehrter Natriumgehalt im Blut)
Eosinopenie (Schwund der eosinophilen weißen Blutkörperchen)
Neigung zur Lymphozytopenie (Schwund der weißen Blutkörperchen) 

 

Symptome bei Morbus Addison:

Hypoadrenokortizismus (Unterfunktion der Nebennierenrinde, niedriger Cortisol-Wert
Stress (Unruhe, nicht schlafen können)
Tumore der Nebenniere
Zunahme der Pigmentierung auf Haut und Schleimhaut
Adynamie (Muskel- und Körperschwäche, kraftlos und müde)
Hypothermie (abnorm niedrige Körpertemperatur)
Dehydration (Austrocknung – Haut wird welk)
Appetitlos
Verminderte Magensaftproduktion (Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall)
Anfällig für Mykose (Pilzbefall)
Verringerte Kaliumausscheidung (erhöhter Kaliumgehalt im Blut)
Vermehrte Natriumausscheidung (verringerter Natriumgehalt im Blut)
Erhöhung des N-Harnstoffs (Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, Stickstoffüberschuss)
Erhöhter Kreatinin-Wert (Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels)
Tendenz zur Leukozytose (Vermehrung der weißen Blutkörperchen)
Tendenz zur Neutrophilie (Vermehrung der neutrophilen weißen Blutkörperchen)
Tendenz zur Eosinophilie (Vermehrung der eosinophilen weißen Blutkörperchen)

  

Ich fasse einmal zusammen, welche Vorgänge fehlgeleitet oder betroffen sind.

Fettstoffwechsel
Zuckerstoffwechsel
Eiweißstoffwechsel
Störung der Steroidhormone
Störung der Schilddrüsenhormone
Störung der Pigmentbildung
Störung der Nebennierentätigkeit

 

Die Funktion des Hypothalamus und der Hypophyse

Der Hypothalamus ist beim Mensch etwa kirschkerngroß, wiegt ca. 5g und beeinflusst die hormonelle Aktivität der Hypophyse und ist zugleich Bindeglied zwischen dem Hormon und dem Nervensystem. Verschiedene Zentren im Hypothalamus koordinieren physiologische und lebenserhaltende Vorgänge. Der Hypothalamus und seine Hormone beeinflussen den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel, den Wasser- und Mineralhaushalt, regulieren die Körpertemperaturen und Schlaf und sind an der Regulation der Steroidhormone beteiligt. Umweltreize und Innenwelt werden im Hypothalamus zusammengefasst.

Ein Teil der ankommenden Reize/Impulse wirken auf das vegetative Nervensystem, ein anderer Teil wird in Hormonsignale übersetzt (Stresshormone: Adrenalin und Noradrenalin), die direkt oder über andere Hormone in den Stoffwechsel eingreifen.

Sämtliche Hormone des Hypothalamus werden in Nervenzellen (Neuronen) in komplizierter Verbindung aufgebaut. Für die Herstellung eines jeden Neurohormons sind bestimmte Nervenzellen zuständig. Ich unterteile dies einfach einmal in zwei Gruppen.

 

 

Gruppe I.
Vasopressin (Adiuretin) und Oxytocin. Das Vasopressin ist an der Regulation des Wasserhaushalts in der Niere beteiligt.
Das Oxytocin beeinflusst die Milchdrüsen.
Die Hormone wandern von den Nervenzellen (Neuronen) in die Nervenfortsätze aus dem Hypothalamus in den Hypophysenhinterlappen (HHL), wo sie in den Nervenenden gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben werden..

  

Gruppe II.
Die Neurohormone greifen nicht direkt in den Stoffwechsel ein. Sie wirken zuerst auf die Hormondrüse des Hypophysenvorderlappens (HVL). Die ausgeschütteten Hormone stimulieren dann die äußere Hormondrüsen (Schilddrüse oder Nebennierenrinde).

Die Hormone des Hypothalamus wirken zum Teil fördern und zum Teil hemmend auf die Zellen des Hypophysenvorderlappens ein.

Die Hypophyse arbeitet nicht autonom, sondern wird durch Corticotropin Releasing-Hormone (Freisetzungshormone – stimulierende Hormone) und Inhibiting-Hormone (Hemmhormone – hemmende Hormone) gesteuert die aus dem Hypothalamus kommen. Das heißt, die Hypophyse ist dem Hypothalamus untergeordnet.

Freisetzungshormone tragen die Endung „-liberin“ (befreien).
Hemmhormone tragen die Endung „-statin“ (hemmen).

Statine sind Lipidsenker
Sie werden bei Fettstoffwechselstörung als Cholesterinsenker eingesetzt. Die Hormone aus dem Hypothalamus folgen einem Tagesrhythmus, die jedoch wiederum durch Einflüsse aus dem Zentralnervensystem gesteuert werden.

Noradrenalin und Adrenalin sind Stresshormone und in Stresssituationen werden sie aus der Nebenniere freigesetzt. Beide Hormone steigern in Sekundenschnelle die Herz-Kreislauffunktion und setzen Gehirn und Nerven in Alarmbereitschaft. In Notfällen mobilisieren sie notwendige Energiereserven. Das zeigt sich in einer schnellen Herztätigkeit, der Blutdruck steigt, verstärkte Durchblutung der Muskeln und eine Freisetzung von Glucose sind die Folge.

  

  

Hormone des Hypophysenvorderlappen sind:

ACTH (adrenokortikotropes Hormon)
Beeinflussung der Nebennierenrinde und der Herstellung der Glukokortikoide

TSH (thyreotropes Hormon)
Beeinflussung der Schilddrüse

LH (luteinisierendes Hormon)
Es bewirkt den Eisprung und regt die Wachstumszellen im Hoden an, die das Testosteron bilden

FSH (follikelstimulierendes Hormon)
Bewirkt im Eierstock die Reifung und beim männlichen Geschlecht wird die Spermienbildung stimuliert

Prolaktin (PRL oder auch LTH laktotropes Hormon)
Regt das Wachstum der Brustdrüsen an und setzt mit Östrogen und Progesteron die Milchproduktion in Gang

MSH ( melanozytenstimulierendes Hormon)
Pigmentbildende Zellen der Haut

STH ( somatotropes Hormon)
Regt das Körperwachstum an

Die Erkrankung Cushing/Addison ist nicht heilbar, es kann nur hinausgezögert werden.